Erzherzogtum Österreich ob der Enns

Österreich ob der Enns

König Ottokar II. von Böhmen trennte den früher zur Steiermark gehörenden Traungau 1254 im Frieden von Ofen bzw. 1261 im Frieden von Wien von dieser ab und gestaltete das ganze Land zum Fürstenthum ob der Enns aus. Der verlässliche Geschichtsforscher Julius Strnadt bezeichnet mit historischer Wahrscheinlichkeit das Jahr 1260 als Geburtsjahr des Landes ob der Enns. Im Jahre 1264 erschien der Name Austria superior Oberösterreich oder supra anasum – Ob der Enns urkundlich und Konrad von Sumerau erschien als Landrichter der Provinz Oberösterreich.

Seit 1490 erlangte es als Teilfürstentum Österreich ob der Enns eine gewisse Selbstständigkeit im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation”. Seit dieser Zeit hielten die bairischen Stände des Teilfürstentums eigene Landtage in Linz. Neben Herren, Rittern und Prälaten spielten dabei auch die landesfürstlichen Städte eine wichtige Rolle. Seit 1530 öffnete sich das Land der Reformation; 30 Jahre später waren die bairischen Oberösterreicher mehrheitlich evangelisch. Bei der Habsburgischen Länderteilung von 1564 fiel Oberösterreich zusammen mit Niederösterreich und den böhmischen Ländern an die Hausmacht des römisch-deutschen Kaisers Maximilian II. Nach 1600 setzte unter Kaiser Rudolf II. und seinem Nachfolger Matthias die Gegenreformation ein. Deshalb gingen die Stände in Oberösterreich 1619 ein Bündnis mit den böhmischen Ländern ein. Im Auftrag Kaiser Ferdinands II. bekämpften und besiegten die Truppen des baierischen Kurfürsten Maximilian 1620 die Aufständischen. Für einige Jahre kam das Fürstentum unter die Herrschaft des Kurfürsten. Der evangelische Adel bekam die Wahl zu konvertieren oder das Land zu verlassen.

1779 kam im Frieden von Teschen das vorher zum Herzogtum Baiern gehörende Innviertel zu Oberösterreich. Während der Napoleonischen Kriege wurde Oberösterreich mehrfach von französischen Truppen besetzt. Die Landeshauptstadt Linz verwaltete von 1814 bis 1854 das Salzburger Land. 1918, nach dem ersten Weltkrieg und Untergang des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn, wurde Oberösterreich von der neuen deutschen Republik Österreich als offizieller Name der Region festgelegt. Ein Jahr nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 wurde zum 1. Mai 1939 auf dem Gebiet Oberösterreichs der Reichsgau Oberdonau gebildet, der auch die südböhmischen Gebiete (südliches Sudetenland) gemäß dem Münchner Abkommen einschloss. Nach dem zweiten Weltkrieg 1945 wurde Oberösterreich in seinen alten Grenzen wiederhergestellt und ein Bundesland der zweiten Republik Österreich.

FONTE: Wikipedia.de

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