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Herzogtum Niederschlesien
1348-1525 - Böhmische Zeit Schließlich unterstellten sich die Piasten in den Herzogtümern Schlesien und Oppeln einzeln oder in Gruppen als Vasallen der Lehnshoheit der böhmischen Könige: 1327 die Herzöge von Teschen, Falkenberg, Cosel-Beuthen, Auschwitz, Oppeln, Ratibor und Breslau, 1329 die Herzöge von Sagan, Oels, Steinau und Liegnitz-Brieg, 1331 die Herzöge von Glogau, 1336 Münsterberg und 1342 das Bistumsland Neisse-Ottmachau. 1353 gewann Böhmen das Herzogtum Schweidnitz-Jauer durch die Heirat Karls IV. mit der schweidnitz-jauerschen Erbin Anna. Im Vertrag von Visegrád 1335, im Vertrag von Trentschin (1335, bestätigt 1339), sowie im Vertrag von Namslau 1348 verzichtete der polnische König, Kasimir der Große, auf Ansprüche der königlichen Linie der Piasten auf Schlesien als Gegenleistung für den Verzicht der böhmischen Könige auf die polnische Krone, die sie als Erben der Przemysliden Wenzel II. und Wenzel III. beanspruchten. Später bemühte er sich jedoch, allerdings vergeblich, um eine Annullierung dieses Vertrages beim Papst. Im Jahre 1348 inkorporierte schließlich König Karl IV. Schlesien in die Länder der böhmischen Krone. Damit wurde Schlesien ein Teil des Heiligen Römischen Reichs, das sich seit der Zeit des Spätmittelalters um 1486 Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation nannte. Von diesen von der böhmischen Krone gewonnenen Gebieten gingen die Herzogtümer Breslau, Glogau, Schweidnitz (definitiv 1368) und Jauer (definitiv 1368) nach dem Aussterben der dortigen jeweiligen schlesischen Piasten in unmittelbaren böhmischen Kronbesitz als so genannte Erbfürstentümer über, während in den übrigen (15) Lehnfürstentümern schlesische Piasten regierten, aber in mehrere Linien aufgesplittert. Das seit 1137 zu Böhmen gehörende Troppauer Land wurde 1318 unter einer Nebenlinie der Prager Přemysliden zum Herzogtum Troppau erhoben. 1336 entstand durch eine entsprechende Heirat eine Personalunion zwischen Troppau und Ratibor, wodurch Troppau (wieder) politisch-rechtlich in Schlesiens hineinwuchs. Im 14. und frühen 15. Jahrhundert konnte sich Schlesien in jeder Hinsicht ungestört und prächtig weiterentwickeln. Anfang des 15. Jahrhunderts entstanden die Begriffe Ober- und Nieder-Schlesien. Ober-Schlesien umfasste die Fürstentümer im Gebiet des ehemaligen Herzogtums Oppeln sowie das premyslidische Troppau. Das westlicher liegende Nieder-Schlesien umfasste entsprechend die Fürstentümer des ungeteilten Herzogtums Schlesien einschließlich des Breslau-Ottmachauer Bistumslandes. Die gegen Katholiken und Deutsche gerichteten Hussitenkriege trafen Schlesien als katholisch und deutsch geprägtes Nebenland Böhmens besonders hart. Menschen- und Siedlungsverluste, wirtschaftlicher Niedergang und eine von den Hussiten ausgelöste Slawisierungswelle waren die Folge. Die Situation verbesserte sich erst 1469, als der ungarische König Matthias Corvinus Mähren, Schlesien und die Lausitz eroberte und im Frieden von Olmütz 1479 in seinem Besitz bestätigt wurde. Matthias setzte einen allgemeinen Landfrieden durch und reorganisierte und zentralisierte die Landesverwaltung, er schuf das Amt eines königlichen Oberlandeshauptmannes und Fürstentage als bleibende Einrichtung. Nach Corvinus Tod 1490 wurde Schlesien wieder ein Lehen des Königs von Böhmen, Ladislaus II. aus der Dynastie der Jagiellonen. In der Zwischenzeit fielen die Grenzherzogtümer Auschwitz 1457 und Zator 1494 an Polen, Sagan 1472 an die Wettiner und Crossen gelangte 1482 an Brandenburg. Andererseits kamen die Söhne des ehemaligen böhmischen Königs Georg von Podiebrad in den Besitz der schlesischen Herzogtümer Münsterberg und Frankenstein (seit 1459) sowie Oels (seit 1495). 1526-1740 - Habsburgische Zeit Nach dem Tod des böhmischen Königs Ludwig II. in der Schlacht bei Mohács (1526) kam die böhmische Königswürde an Ferdinand I. und somit an die Dynastie der Habsburger. 1526-1740 waren die österreichischen Habsburger als Könige von Böhmen auch Herzöge von Schlesien. Im 16. Jahrhundert setzten die letzten schlesischen Piasten der verbliebenen Kleinstaaten die brandenburgischen Hohenzollern als Erben ein. Die Habsburger Kaiser brachten aber auch diese letzten Kleinstaaten unter die böhmische Krone. Als 1675 der letzte schlesische Piast starb, konstruierte Friedrich II. daraus einen Anspruch auf ganz Schlesien für Preußen. Im 16. Jahrhundert wurden die meisten schlesischen Städte protestantisch. Seit der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts war Schlesien das wirtschaftlich wichtigste Gebiet der Habsburger Monarchie (Textilindustrie). 1740-1871 - Preußische Zeit Nach dem Österreichischen Erbfolgekrieg und den weiteren Schlesischen Kriegen zwischen Preußen unter Friedrich II. (dem Großen) und Österreich-Ungarn unter Maria Theresia wurde der größte Teil Schlesiens und die Grafschaft Glatz 1742/44 von Preußen annektiert. Ein kleinerer Teil um Troppau, Jägerndorf, Teschen, Bielitz sowie ein Teil des Neisser Landes blieb als Österreichisch Schlesien Bestandteil von Böhmen. 1782-1849 und 1860-1861 wurden diese Gebiete Mähren angeschlossen, 1849 - 1860 waren sie vorübergehend ein selbstständiges Verwaltungsgebiet. Nach dem Wiener Kongress von 1815 wurde Schlesien eine der zunächst 10 Provinzen des Staates Preußen, wobei die vom Königreich Sachsen abzutretende nordöstliche Hälfte der Oberlausitz in die neue Provinz eingegliedert wurden. Provinzhauptstadt wurde Breslau. Des Weiteren gehörte die Provinz Schlesien von 1815 bis 1866 als Teil Preußens zum deutschen Bund. 1871-1918 - Deutsches Kaiserreich Zusammen mit Preußen wurde Schlesien durch die Reichsgründung am 18. Januar 1871 Teil des Deutschen Reiches. Bei den Reichstagswahlen Ende des 19. Jahrhunderts wählten die Oberschlesier mehrheitlich das katholische Zentrum. Die Niederschlesier wählten zunächst überwiegend die Partei der "Deutsch Freisinnigen", später zunehmend die SPD. Mit der beginnenden Industrialisierung wurde Oberschlesien mit seinen Steinkohlebergwerken neben dem Ruhrgebiet zu einer der wirtschaftlich wichtigsten Regionen des Deutschen Reiches. FONTE: Wikipedia.de |
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