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Markgrafschaft Niederlausitz
Mittelalter Im 11. Jahrhundert wurde die Lausitzer Mark eingerichtet und von Markgrafen aus dem Geschlecht der Wettiner verwaltet. Noch bis ins 12. Jahrhundert beanspruchten auch die polnischen Könige des Gebiet für ihr Reich und sie konnten zeitweise den östlichen Teil des Landes auch tatsächlich beherrschen. Im 13. und 14. Jahrhundert war die Lausitz zwischen den meißnischen Wettinern und den Askaniern der Wittenberger und der Brandenburger Linie umstritten. 1367 inkorporierte Kaiser Karl IV. die Lausitz in die böhmischen Krone, deren Nebenland das Markgraftum bis zum Prager Frieden von 1635 blieb. Auch die böhmischen Könige konnten in dem abgelegenen Gebiet keine starke Landesherrschaft etablieren, denn die Lausitz regelte ihre internen Angelegenheiten weitestgehend selbst. Vor allem im 15. Jahrhundert aber auch im 16. Jahrhundert gingen bedeutende Teile der Lausitz durch Verkauf und Verpfändung an die benachbarten Kurfürstentümer Sachsen und Brandenburg verloren, so zum Beispiel 1454 der zentrale Cottbuser Kreis. Im 15. Jahrhundert hatten auch mehrere Heerzüge der Hussiten die Lausitz verwüstet. In jener Zeit entstand auch der Lausitzer Landtag. Die in vier Kurien gegliederte Ständeversammlung war die wichtigste politische Kraft im Land. Daneben nahm der Landvogt die Belange des böhmischen Königs wahr. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts wurde das Land lediglich Lausitz genannt; erst seitdem wurde – zur Unterscheidung von der Oberlausitz, wie die Länder Budissin (Bautzen) und Görlitz fortan genannt wurden – die Bezeichnung Niederlausitz gebräuchlich. Frühe Neuzeit Zwischen 1520 und 1540 breitete sich die Reformation im Land aus. Die Niederlausitz war das einzige Land im habsburgischen Machtbereich, in dem den evangelischen Ständen die Gründung eines Konsistoriums gelang und sie bekamen damit landesweit die Kirchenhoheit in ihre Hand. Bis auf das Koster Neuzelle wurden alle anderen Klöster aufgelöst. Im Schmalkaldischen Krieg 1546/47 hielten die Niederlausitzer trotzdem zum katholischen König Ferdinand I. Der königliche Landvogt Albrecht von Schlick konnte das Gebiet des Stifts Dobrilugk zurückerobern, das 1541 vom sächsischen Kurfürsten Johann Friedrich besetzt worden war. Als 1618 die antihabsburgischen Unruhen in Böhmen begannen, verhielten sich die Niederlausitzer Stände zunächst passiv. Sie ignorierten die dringenden Aufforderungen der Böhmen, sie im Krieg gegen die Habsburger zu unterstützen. Erst nach dem Tod Kaiser Matthias im März 1619 änderten sie ihre Politik. Sie traten der Böhmischen Konföderation bei und waren an der Absetzung Ferdinands II. und der Wahl Friedrich V. von der Pfalz zum König von Böhmen beteiligt. Gemäß den Bestimmungen des Prager Friedens 1635 wurde der sächsische Kurfurst mit dem Markgraftum Niederlausitz belehnt, welches territorial selbstständig blieb, wobei der Kurfurst von Sachsen zugleich der Markgraf der Niederlausitz war. Zeitweilig war der Inhaber der wettinischen Sekundogenitur von Sachsen-Merseburg auch der Markgraf der Niederlausitz.1790 kam es als Reaktion auf die Französische Revolution zu Bauernrevolten. Die Niederlausitz zwischen 1815 und 1945 Durch Beschluss des Wiener Kongresses von 1815 wird die Niederlausitz preußisch, das Markgraftum wird aufgelöst und das Gebiet der Niederlausitz wird der Provinz Brandenburg angeschlossen, und Lübben verliert seine Funktion als Hauptstadt der jahrhundertelang autonom gewesenen Region. Die Autonomierechte der Stände wurden danach schrittweise aufgehoben. Um 1816 begann die Reorganisation der Territorialverwaltung, indem man 7 Landkreise (Cottbus, Sorau, Spremberg, Calau, Luckau, Lübben und Guben) einführte. Unter der preußischen Herrschaft begann die planmäßige Unterdrückung der Sorben, insbesondere wurden administrative Maßnahmen ergriffen, um den Gebrauch der sorbischen Sprache zurückzudrängen. Daran beteiligte sich auch die evangelische Kirche. Mitte des 19. Jahrhunderts begann der Abbau von Braunkohle. Die Niederlausitz seit dem Zweiten Weltkrieg Nach dem Zweiten Weltkrieg gehört die Niederlausitz zur DDR und zunächst wieder zum Land Brandenburg. Die östlich der Neiße gelegenen Teile des Landes waren 1945 an Polen gefallen. Im Zuge der Gebietsreform von 1952 wurde der größte Teil der Niederlausitz zu dem Bezirk Cottbus zusammengefasst, wodurch ungewollt das Niederlausitzer Regionalbewusstsein befördert und zugleich Cottbus als regionales Zentrum der Niederlausitz etabliert wurde. Nach der Wiedererrichtung des Landes Brandenburg und dem Wegfall der Bezirksklammer fand die nachhaltigste Schwächung der Region und des Niederlausitzer Regionalbewusstseins durch die Bildung von Großkreisen über die Grenzen der Niederlausitzer Region hinaus (z. B. den Landkreis Dahme-Spreewald) im Jahr 1993 statt. FONTE: Wikipedia.de |
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