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Markgrafschaft Mähren
Um 60 v. Chr. zogen die keltischen Boier ab, denen die germanischen Markomannen und Quaden folgten - und im 6. Jahrhundert die slawischen Mährer (Moravané). Im 7. Jahrhundert gehörte Mähren zum Reich des Samo und Anfang des 8. Jahrhunderts im südlichen Teil zum Einflussbereich der Awaren. Gegen Ende des 8. Jahrhunderts entstand im heutigen südöstlichen Mähren, Teilen der südwestlichen Slowakei (Záhorie) und später auch in Teilen Niederösterreichs das Mährische Fürstentum, aus dem 833 durch die Eroberung des Neutraer Fürstentums (die heutige Slowakei und Teile des nördlichen Ungarns) der Staat Großmähren entstand, der später zeitweise auch verschiedene Nachbargebiete (Böhmen, heutiges Ungarn, Weichsel-Gebiet u.a.) umfasste. Das Großreich unterlag aber um 907 den vordringenden Ungarn. Das heutige Mähren war dann teilweise unabhängig und kam nach etwa 955 vermutlich unter böhmische Oberhoheit. 999 bis 1019 eindeutig unter Polens Herrscher Boleslaw Chrobry, kam es 1031 endgültig zu Böhmen und wurde 1182 zur Markgrafschaft erhoben. Seitdem teilt es die Geschichte Böhmens, das 1349-1411 von Luxemburger Böhmen und später lange von Habsburg regiert wurde. Ab 1918 gehörte Mähren zur Tschechoslowakei und seit 1992/93 zu Tschechien. Historische Hauptstadt war bis 1641 Olmütz (Olomouc), welches eher zentral liegt. Seitdem ist es das größere Brünn (Brno). Als Markgrafschaft Mähren hatte das Land im Kaiserreich Österreich-Ungarn einen eigenen Landtag, dessen Abgeordnete von den zwei Volksgruppen Deutsche und Tschechen in ethnisch getrennten Wahlkreisen gewählt wurden. Dieser Kompromiss wurde als Mährischer Ausgleich bezeichnet und sorgte für ein friedliches Zusammenleben der beiden Völker in Mähren. Die deutschsprachige TH Brünn zählte bis etwa 1940 zu den wichtigsten Universitäten Mitteleuropas. Nach dem zweiten Weltkrieg und der Unterdrückung tschechischen und mehrheitlichen Vernichtung der jüdischen Bevölkerung während der deutschen Okkupation Mährens wurde 1945/46 fast die gesamte deutsche Bevölkerung Mährens gemäß dem Potsdamer Abkommen aus ihrer Heimat vertrieben. Im Rahmen des Brünner Todesmarsches starben nach verschiedenen Forschungen 1700 - 5200 Menschen, davon angeblich mindestens 890 im Lager Pohořelice (Pohlitz). Früher genannte Opferzahlen von bis zu 8000 oder sogar 10.000 umgekommenen Brünner Deutschen sind nicht mehr haltbar. FONTE: Wikipedia.de |
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