Großherzogtum Krakau

Krakau

Im Zuge der Dritten Teilung Polens wird Krakau 1795 den Habsburgern zugeschlagen. 1807 kommt es bis 1815 an das Großfürstentum Warschau und wird nach dem Wiener Kongress als Republik Krakau zunächst unabhängig, jedoch faktisch unter weitgehendem österreichischen Einfluss. Nach dem Krakauer Aufstand 1846 annektieren die Habsburger Krakau und schlagen es Galizien, dem polnischen Gebiet aus der Ersten Teilung Polens 1772, zu. Es folgt eine zunächst von Germanisierungstendenzen der Wiener Führung geprägte Zeit, die jedoch nach der Niederlage Österreichs im Krieg gegen das sich formierende Italien und einer Schwächung der Zentralmacht in Wien von einer weitreichenden Autonomie für Galizien abgelöst wurde. Unter der ab 1867 relativ liberalen Herrschaft der neu entstandenen K.u.K. Monarchie entwickelte sich Krakau erneut zum Zentrum polnischer Kunst und Kultur. In diese Zeit fiel das Wirken von Jan Matejko, Stanisław Wyspiański, Jan Kasprowicz, Stanisław Przybyszewski, Juliusz Kossak, Józef Mehoffer und Wojciech Kossak, Stanisław Ignacy Witkiewicz und Leon Chwistek. Krakau wurde das Zentrum der neoromantischen Bewegung Junges Polen, des Jugendstils sowie des polnischen Modernismus. In Krakau und Warschau etablierten sich nationale Befreiungsbewegungen. Von Krakau aus marschierten 1914 die legendären Legionen Józef Piłsudskis ins russische Teilungsgebiet, die 1918 die erneute Unabhängigkeit Polens errangen.

FONTE: Wikipedia.de

© 2006 Ferdinandea.at