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Fiume (Rijeka)
Unter Verwaltung der Habsburger 1465 kaufte Friedrich III. Rijeka; die Stadt wurde St. Veit am Flaum genannt (bis 1918 gehörte Rijeka zu den Habsburgern, mit kleineren Unterbrechungen). Unter den Habsburgern entwickelte sich Rijeka als Rivalin von Venedig, die Habsburger bauten Rijeka konstant aus. 1509 wurde Rijeka unter der Führung von General Trevisian von den Venezianern kurzfristig erobert, dabei wurde die Stadt geplündert, angezündet und teilweise zerstört. Mit der Thronbesteigung der Habsburger in Ungarn wurde es 1526 Teil ihres Länderkomplexes. In der Folgezeit wurde es aber meist von Graz aus regiert (siehe Innerösterreich). 1530 entstand die erste Druckerei. Im 16. Jahrhundert blühte die Stadt auf; in dieser Epoche entwickelten sich in Rijeka Manufaktur, Handel, Kunst und das Schulwesen. 1626 wurde das Jesuitengymnasium gegründet, das erste an der Adria; es besteht bis heute kontinuierlich. Während dieser Zeit entstand das barocke Rijeka. Zugleich kam es in diesem Jahrhundert immer wieder zu Angriffen der Türken, Rijeka aber fiel nie in ihre Hände. Der österreichische Monarch Karl VI. führte 1717 die merkantilistische Wirtschaftspolitik ein; dies ermöglichte den freien Schiffsverkehr in der Adria. 1719 wurde Rijeka zusammen mit Triest zum Freihafen erklärt, es entwickelten sich Industrie, Seefahrt und Handwerk. 1725 wurde die erste Verkehrsstraße gebaut, die Wien mit der Adria verband (Karolina). 1750 wurde Rijeka wochenlang von mehreren Erdbeben erschüttert, teilweise dürften sie sehr heftig gewesen sein. Dabei wurde auch die Burg Trsat beschädigt. Nach dem Erdbeben wurde die Zuckerraffinerie (1750-1828) gegründet, später folgten die Papiermühle (1823) und die Torpedofabrik (1873) für die k.u.k Seeflotte. 1779 Mit der verfügung von Maria Theresia wird Rijeka ein Corpus separatum, eigenständige Körperschaft, autonom vom Staat der die Stadt umgibt und direkt der habsburger Krone unterstellt. In den napoleonischen Kriegen Die Franzosen nahmen 1805 Rijeka ein und gliederten es an Italien an. Eine besondere Rolle während dieser Zeit spielte die Gemahlin eines Kaufmanns von Rijeka, Karolina von Rijeka. Sie rettete die Stadt zur Zeit der napoleonischen Kriege, indem sie bei Verhandlungen mit einem englischen Admiral ihren weiblichen Charme benutzte. Dank Karolina wurde nur ein einziger Schuss aus einer Kanone Richtung Rijeka abgefeuert. Die Kanonenkugel steckt heute noch in einer Wand von Rijeka. Nach 1815 1815 übernahmen die Habsburger wieder die Macht in Rijeka, nach 6 jähriger zugehörigkeit zu Italien. Rijeka war vom 12. Jahrhundert bis 1915, (ausser diesen 6 Jahren) immer teil des habsburgischen und/oder ungarnischen Reiches. 1848 erobert Ban Josip Jelačić Rijeka, er setzt die Stadtregierung ab und gründet die Gemeinde Rijeka. 1855 wurde der Hafen komplett modernisiert, dabei wurde der Fluss Riječina in ein neues Bett verlegt. Nach dem Österreich-Ungarischen Ausgleich 1867 war es als freie Stadt (einem Kronland gleichgestellt und ähnlich wie Triest) Teil der Ungarischen Reichshälfte (siehe Fiume város). Rijeka war zur Zeit des Königreiches Ungarn auch Sitz des Komitates (Gespanschaft) Modrus-Fiume. 1867 wurde Rijeka der Haupthafen für ungarische Waren; unter der ungarischen Leitung blühte der Hafen von Rijeka auf. Dies dauerte bis in den ersten Weltkrieg hinein an. 1870 übernahm die ungarische Regierung die Verwaltung Rijekas. Zwischen 1870 und 1910 verdoppelte sich die Bevölkerungszahl auf 50.000 Einwohner. 1871 erfolgte die Eröffnung von Banken (u. a. Riječka Banka) und Gründung von Dampfschifffahrtsaktiengesellschaften. Durch die ganze Stadt fuhren Straßenbahnen, es gab 22 Konsulate, 20 Hotels und 9 Kinos. 1873 wurden Bahnlinien nach Ljubljana und Zagreb, Wien und Budapest, 1874 nach Triest eröffnet. 1882 wurde in Rijeka eine der ersten Ölraffinerien in Europa gegründet. In Rijeka errichtete auch Erzherzog Josef, der Bruder des Kaisers Franz Joseph I., seine Residenz. Im 19. Jahrhundert war Rijeka war der achtgrößte Hafen von Europa mit einem Umsatz von 2,1 Millionen Tonnen; in der größten Tabakfabrik des Kaiserreichs waren 2400 Arbeiter beschäftigt, in der Papierfabrik wurde die erste Dampfmaschine Südosteuropas installiert; es waren mehr als 20 große Betriebe und Schiffswerften registriert. Es wurde das Gebäude der einzigen Militär-Seefahrts-Akademie der Kriegsmarine im Kaiserreich errichtet (heute Gebäude des Krankenhauses in Rijeka). Das Museum Nuget wurde im Kastell von Trsat eröffnet, das erste Museum in Kroatien. Auch das Theater von Adamic (zerstört) wurde eröffnet, ein Theater für 1600 Zuschauer, das zu den größten in Europa zählte. In Rijeka wurde der erste Torpedo durch den einheimischen Ingenieur Ivan Lupis-Vukić entwickelt. Die Fabrik „Torpedo“ (ehemals Whitehead-Werft) besteht heute noch. Zusammen mit dem Ingenieur Robert Whitehead wurde der Torpedo so weiterentwickelt, dass er auch effektiv eingesetzt werden konnte. In Rijeka wurden neben zahlreichen Schiffen auch die ersten U-Boote für Österreich-Ungarn der k. u. k. Kriegsmarine gebaut. Rijeka erlebte von 1915 bis 1918 praktisch seinen Niedergang. Die Blockade von Otranto durch die Alliierten brachte den Hafen von Rijeka zum Stillstand. Im Londoner Vertrag (Geheimvertrag) von 1915 wurde Italien die Annexion der Ostküste der Adria erlaubt. Rijeka wurde damit Italien zugesprochen. Nach der Kapitulation von Österreich-Ungarn musste das bisherige Kaiserreich unter anderem Rijeka abgeben. Nach dem Ersten Weltkrieg Während die Pariser Friedensverhandlungen noch im Gange waren, wurde die Stadt am 12. September 1919 von 2500 italienischen Freischärlern unter der Führung des italienischen Nationalisten und Schriftstellers Gabriele d'Annunzio besetzt. D'Annunzio wollte damit den Status von Fiume (Rijeka) als italienische Stadt als vollendet untermauern, bevor die Stadt der SHS zugesprochen wurde. D'Annunzio rief die italienische Regentschaft am Quarnero aus, die man als wichtigen Vorläufer des faschistischen Systems ansehen kann; er selber übernahm das Stadtkommando. Es wurde der Ausnahmezustand verhängt und die Politik der Massenmobilisierung erfunden. Eine sogenannte Italianisierung wurde in Rijeka und umgebung in Gange gesetzt, d.h. Kroaten und Nichtitaliener wurden assimiliert oder vertrieben, Linke wurden vertrieben und auch eingesperrt, zudem wurde die kroatische Sprache verboten. Viele Kroaten wanderten schliesslich in den jugoslawischen SHS Staat aus. Italien förderte die Einwanderung von Italienern in diese Region. Das offizielle Italien blieb zurückhaltend, nur die Faschisten stellten sich hinter d'Annunzio (D'Annunzio war Mitglied der italienischen faschistischen Partei und Parlamentsabgeordneter Italiens) und konnten dies zu einer innenpolitischen Frage hochspielen. Sein Freund Mussolini (D'Annunzio war einer seiner Vorbilder) unterstützte ihn bei seinem Vorhaben. Am 12. November 1920 kam ein Vertrag zwischen Italien und dem SHS-Königreich zustande, bei dem die Stadt zur Freistadt erklärt wurde (ähnlich wie Danzig). Für D'Annunzio gab es eigentlich keinen Grund mehr, die Stadt zu besetzen, obwohl er lieber eine italienische Besatzung vorzog. Erst durch einen Einsatz eines italienischen Kriegsschiffes konnte D'Annunzio zum Rücktritt überredet werden. Es kam in der Stadt zu Unruhen, im März 1922 kam es sogar zu einem Putsch der lokalen Faschisten. D'Annunzio nahm die Stadt 1924 erneut ein, sie wurde dann im Vertrag von Rom (Freundschaftsvertrag zwischen Italien und SHS) am 27. Januar 1924 gelöst: das Territorium wurde geteilt, die Stadt kam an Italien, die Nachbarstadt Sušak kam zum SHS-Königreich (Serben-Kroaten-Slowenen). Die Hafenverwaltung wurde gemeinsam ausgeführt. Rijeka hatte zu dieser Zeit ca. 95.000 Einwohner, 30.000 waren Italiener und 60'000 Kroaten. D'Annunzio sah in dem italienischen Faschisten Mussolini trotz einiger Differenzen den Erfüller seiner schwärmerischen nationalistischen Ideen und diente diesem als Vorbild - den Duce gab es zweimal. In Fiume wurden die Rituale eingeübt, die Europa in den Spanischen Bürgerkrieg und den Zweiten Weltkrieg trieben: der Faschismus wurde hier geboren, besser gesagt er wurde hier aus Italien durch D'Annunzio importiert und ausprobiert. Im Juli desselben Jahres wurde der Faschismus in ganz Italien, also auch in Rijeka etabliert. Während der deutsch-italienischen Besetzung Jugoslawiens kam die Umgebung der Stadt unter italienische Besatzung. Nicht-Italiener wurden teilweise enteignet und aus der Stadt Rijeka verjagt. Der Hafen wurde zweigeteilt, die Bruttotonnen fielen auf ein Tief von 500.000. Sušak wurde der Haupthafen des Königreichs der SKS. Der Hafen von Susak ist rund sechsmal kleiner als der italienische Teil, aber die umgesetzte Menge ist gleich hoch. Rijeka trat in eine Epoche intensiver Italienisierung ein und ging ökonomisch zugrunde, denn es wurde zu einer provinziellen Grenzstadt eines Staates. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Hafen von Rijeka zerstört. Die deutsche Wehrmacht zerstörte dabei 50 % der Lagerhäuser und die Verankerungen des Hafens. In der Stadt selbst gab es dabei auch einige kleinere Zerstörungen. FONTE: Wikipedia.de |
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