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Königreich Dalmatien
Frühe Neuzeit Dubrovnik (Ragusa) suchte Schutz in der Freundschaft mit den Invasoren. Nachdem 1508 Venedig seine Truppen nach Hause abzog und Ungarn 1526 sich mit Dalmatien überwarf, eroberten die Türken mit Leichtigkeit den größten Teil Dalmatiens. Der Friede von 1540 ließ Venedig nur wenige Küstenstädte, während der Rest zu einer türkischen Provinz unter der Leitung eines Schanjakbegam - eines Verwalters mit militärischem Oberbefehl - von der Festung Klis (Clissa) aus regiert wurde. Allein Dubrovnik (Ragusa) hat im Verlauf der Jahrhunderte dank seiner unangetasteten Autonomie, seiner Politik und Diplomatie, seinem Handel, seiner Seefahrt und seiner Kultur nichts von seinem Glanz eingebüßt. Im 16. Jahrhundert war die Handelsflotte Dubrovniks die drittgrößte im Mittelmeer und bestand aus über 300 Schiffen. Kroaten aus dem umliegenden Land zogen nun in die Städte und bildeten bald schon den größten Teil ihrer Bevölkerung. Die Piratengemeinschaft der Uskoken bildeten sich ursprünglich aus diesen Flüchtlingen. Deren Taten führten zu einer Wiederauflage des Krieges zwischen Venedig und den Türken von 1571-1573. Ein Bericht eines venezianischen Agenten malt ein überraschendes Bild dieser Kämpfe: der Krieg erinnert sehr an einen mittelalterlichen Ritterroman, voll von Einzelkämpfen, Turnieren und anderen ritterlichen Abenteuern. Sie zeigen auch deutlich, dass die dalmatinischen Söldner die italienischen in Mut und Fähigkeiten übertrafen. Viele dieser Truppen dienten außerhalb, etwa in Lepanto (heute Naupaktos), als 1571 eine dalmatinische Schwadron die alliierte Flotte der Spanier, Venedigs, Österreichs und des Kirchenstaates beim Sieg gegen die türkische Marine unterstützten. Ein neuer Krieg brach 1645 aus, und dauerte - mit Unterbrechungen - bis 1699 an, als der Frieden von Karlowitz (Sremski Karlovci) ihn beendete. Der Friedensvertrag gab Dalmatien an Venedig, einschließlich der Küste der Herzegowina aber ohne Dubrovnik und das umgebende Land, welches durch das Osmanische Reich beschützt wurde. Die Venezianer überließen den besetzten kroatischen Städten zwar eine gewisse Autonomie, jedoch mussten die Oberhäupter der Städte venezianische Adelige sein. Unter venezianischer Herrschaft wurde erstmalig auch eine antikroatische Politik geführt: Bürgern der Stadt Zadar war es beispielsweise verboten, Ehen mit Kroaten einzugehen. Venedig machte über seine Abgaben- und Zollpolitik und massiven Raubbau an Wäldern großen Profit, ohne an einem ernsthaften Fortschritt der Region interessiert zu sein. Die Stadt Venedig steht zu einem großen Teil auf Baumstämmen aus Dalmatien, die venezianische Flotte verschlang ebenfalls Unmengen von Holz. Die teilweise vegetationslosen Karstbereiche Istriens und Dalmatiens entstanden größtenteils durch die massiven Abholzungen der Venezianer. Einzig der katholische Glaube verband die Kroaten mit den Venezianern. Die oligarchische und kolonialistische Politik Venedigs führte zu Widerstand und Aufständen. Der größte Aufstand fand im Jahr 1510 unter der Führung von Matija Ivanić auf der Insel Hvar statt. Die Uskoken bekämpften die Venezianer zu Lande mit Guerilla-Taktiken, zur See mit Piraterie. Nach weiteren Kämpfen wurde der Friede 1718 durch den Vertrag von Passarowitz wiederhergestellt, in welchem Österreich-Ungarn in Dalmatien auf den Plan trat. Erst die Truppen Napoléon Bonapartes beendeten während seiner kurzen Regierungszeit die Herrschaft Venedigs über den Großteil Dalmatiens. 19. Jahrhundert bis 1918 Nach dem Untergang der Republik Venedig 1797 fiel Dalmatien im Vertrag von Campo Formio an Österreich. Die Republiken Dubrovnik und Poljica behielten ihre Unabhängigkeit, und die Bedeutung Dubrovniks wuchs durch seine Neutralität in den Napoleonischen Kriegen. Mit dem Frieden von Pressburg 1805 kam das Land an Frankreich und bildete einen Teil seiner Illyrischen Provinzen. Die Besetzung wurde durch Russland in Frage gestellt, welches die Bucht von Cattaro besetzte und die Unterstützung Montenegros gegen die Franzosen gewann. Nach dem Wiener Kongress 1814/15 fiel der gesamte Landstrich an Österreich zurück. In der Folge war Dalmatien ein Kronland der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Im Österreichisch-Ungarischen Ausgleich wurde bestimmt, dass Kroatien-Slawonien bei Ungarn blieb, während Dalmatien zu Cisleithanien geschlagen wurde. Die fortbestehende Teilung der kroatischen Länder löste in Kroatien, Slawonien und Dalmatien heftige Proteste aus. Alle Pläne, insbesondere des Erzherzogs Franz Ferdinand, zusammen mit Bosnien einen dritten, südslawischen Reichsteil zu gründen wurden durch den Ersten Weltkrieg zunichte gemacht. Die Ermordung des Erzherzogs in Sarajewo hing nicht zuletzt mit diesen Plänen zusammen, die den Traum eines vereinigten Südslawenstaates unter serbischer Führung untergraben hätten. Im Jahr 1900 hatte das Königreich Dalmatien 12.835 km² und 610.000 Einwohner. Jüngste Geschichte Nach Beendigung des Ersten Weltkrieges kam Dalmatien im Jahre 1918/1919 größtenteils zum Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen, die Stadt Zadar und die Insel Lastovo jedoch zu Italien. Nach der Auflösung der historischen Provinzen durch die Verfassung von 1920 wurde Dalmatien in zwei Verwaltungsbezirke (oblasti) mit Verwaltungssitzen in Split und Dubrovnik aufgeteilt. Durch die Neugliederung Jugoslawiens in 9 Banschaften (Banovine) nach dem Staatsstreich König Alexanders I. im Jahre 1929 wurde aus dem nördlichen und mittleren Dalmatien zusammen mit der westlichen Herzegowina die Küstenbanschaft (Primorska Banovina) mit Verwaltungssitz Split. Das süddalmatinische Gebiet um Dubrovnik wurde zusammen mit Montenegro, der östlichen Herzegowina und einem Teil des Kosovo in der Zeta-Banschaft (Zetska Banovina) mit Verwaltungssitz Cetinje (in Montenegro) zusammengefasst. Diese Abtrennung Dubrovniks vom übrigen Dalmatien und sein Anschluss an einen serbisch dominierten Verwaltungsbezirk führte zu Protesten der kroatischen Bevölkerung, blieb jedoch bis 1939 bestehen. Durch das Abkommen zwischen der jugoslawischen Regierung und der Kroatischen Bauernpartei von 1939 wurde dann ganz Dalmatien (abgesehen vom italienischen Zadar und der Bucht von Kotor) Teil der neugeschaffenen autonomen Banschaft Kroatien (Banovina Hrvatska). Im Zweiten Weltkrieg wurden 1941-1943 große Teile des Küstengebietes einschließlich der Städte Split und Šibenik und der vorgelagerten Inseln von den faschistischen Truppen Mussolinis italienisch besetzt, während der Rest Dalmatiens zum mit den Achsenmächten verbündeten "Unabhängigen Staat Kroatien" kam. Unmittelbar nach der Irredentistischen Annexion Dalmatiens begannen die italienischen Faschisten mit antikroatischen Maßnahmen: Kroatische Beamte wurden entlassen und deren Posten mit Italienern Besetzt. Die Zuwanderung von Italienern wurde gefördert. Auf den Inseln Rab und in Molat wurden von den italienischen Faschisten Konzentrationslager errichtet. Schikanöse Anordnungen der neuen Herrscher, Italianisierungsmaßnahmen und sonstiger nationalistischer Terror führten dazu, dass die dortigen Kroaten sich zunehmend der antifaschistischen Bewegung und den Tito-Partisanen anschlossen. Mit dem Sieg der Partisanen über die Achsenmächte 1944/1945 kam ganz Dalmatien zur Sozialistischen Teilrepublik Kroatien innerhalb Jugoslawien. Die Bucht von Kotor wurde jedoch von der damaligen Kommission, die die Grenzen der Teilrepubliken festlegte, aus Dalmatien ausgegliedert und wurde Montenegro angeschlossen. Ende der sechziger Jahre begann sich in Dalmatien der Tourismus zu entwickeln. Jedoch blieb nur ein kleiner Teil der erwirtschafteten Gewinne in Dalmatien. Wirtschaftlich blieb die Region weiterhin unterentwickelt. Nach der Niederschlagung des kroatischen Frühlings 1971 wurde von der kommunistischen Partei Jugoslawiens beschlossen, den Bau der für die Infrastruktur Dalmatiens wichtige Autobahnverbindung von Zagreb (und somit Westeuropa) nach Split zu stoppen. FONTE: Wikipedia.de |
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