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Königreich Böhmen
Der böhmische Ständestaat unter den Jagiellonen und Habsburgern (1479-1620) Die Stände Böhmens wählten den polnischen Jagiellonen Ladislaus (Vladislav) 1471 zum König (Ladislaus II.). Von seinem Vorgänger, dem Utraquisten Georg von Podiebrad (Jiří z Poděbrad), erbte er den Krieg gegen den Gegenkönig Matthias Corvinus, der im Gegensatz zu Ladislaus (welcher auch Katholik war), nicht bereit war, die utraquistische Konfession landesrechtlich anzuerkennen. Mit dem Frieden von Olmütz wurde der Krieg 1479 beendet. Matthias durfte die böhmischen Nebenländer Mähren, Schlesien, Ober- und Niederlausitz behalten. Ladislaus und Matthias durften den Titel "König von Böhmen" führen. Mit Matthias' Tod 1490 wurde Ladislaus vertragsgemäß alleiniger König von Böhmen. Weil sein Nachfolger Ludwig (Ludvík) 1526 ohne Nachkommen starb, übernahm sein Schwager Ferdinand I. von Habsburg die böhmische Krone. 1575 wurde auf Betreiben der protestantischen Stände die Confessio Bohemica verfasst. Sie sollte alle evangelischen Strömungen im Land unter einem theologischen Dach vereinen. 1618 rebellierten die evangelischen Stände gegen Kaiser Matthias. Der Prager Fenstersturz war der Auslöser für den Dreißigjährigen Krieg. Nach dem Tod des Kaisers im März 1619 sagten sich die Stände der böhmischen Länder von den Habsburgern los und schufen sich mit der Böhmischen Konföderation eine neue Verfassung. Danach wählten sie den Calvinisten Friedrich von der Pfalz zum König. In der Schlacht am Weißen Berge (Bílá hora) am 8. November 1620 unterlagen die böhmischen Stände unter ihrem König Friedrich von der Pfalz den Truppen der katholischen Liga, die von dem Feldherren Johann Tserclaes Graf von Tilly angeführt wurden. Friedrich, der so genannte Winterkönig, musste aus Böhmen fliehen und Kaiser Ferdinand II. konnte seinen Anspruch auf die Krone Böhmens durchsetzen. Böhmen als Teil der Habsburgermonarchie (1620-1918) Auf die Schlacht am Weißen Berge folgte die in der älteren nationaltschechischen Historiographie als temno "Dunkelheit" bezeichnete Zeit. Kaiser Ferdinand II. unterdrückte alle Nicht-Katholiken. Einige Führer des böhmischen Aufstands wurden hingerichtet, die Mehrheit des böhmischen protestantischen Adels wurde enteignet und musste das Land verlassen. Die Güter wurden an katholische Adlige aus anderen Teilen des Habsburgerreiches vergeben. Ein Teil des böhmischen Adels konvertierte auch zum Katholizismus. Sukzessive wurde Deutsch zur vorherrschenden Verwaltungssprache. Die Habsburgerin Maria Theresia war von 1740 bis zu ihrem Tode 1780 Erzherzogin von Österreich und Königin Ungarns und Böhmens. 1781 wurde die Leibeigenschaft aufgehoben. FONTE: Wikipedia.de |
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