![]() |
| WILLKOMMEN | INTERNA | PROGRAMM | LIEDER | BUND | BILDER | VERWEISE | BUDENBUCH | IMPRESSUM |
![]() |
![]() |
||||||||||||||
|
![]() |
||||||||||||||
![]() |
Pro Monarchie | ||||||||||||||
Monarchia Das "fünfte" Prinzip von Bbr. AH Ralf Siebenbürger vlg. Capinius „Ich bin Monarchist!“ Wenn man heutzutage in unserem Lande diesen Satz ausspricht, wird man entweder gefragt, welchen Adelstitel man hat und welchen persönlichen Vorteil man sich von einer Monarchie erhofft, oder man wird mit einem Gesichtsausdruck gemustert, der ungefähr soviel heißt, wie: „Armer Mensch, wann sind Sie denn aus dem Irrenhaus entlassen worden?“ Politisch ganz korrekte Gesprächspartner, die auf keinen Fall widersprechen wollen, räumen in einer solchen Situation meist noch ein: „Ja ja, für unseren Fremdenverkehr wär‘s schon ganz gut, wenn es vor der Hofburg täglich eine Wachablöse wie vor Buckinham Palace gäbe.“ Sie sind zu feige, weil sie – gegen die eigene Meinung – einem Thema aus dem Weg gehen wollen, das kontrovers diskutiert zu werden verspricht, sie sind obendrein noch dumm, weil sie nicht verstanden haben, worum es geht. Natürlich ware eine Wachablöse vor der Hofburg eine zusätzliche Touristenattraktion, aber dazu bräuchte man noch lange keine Monarchie! Dekorative Uniformen und eine Wachablöse können sich auch Republiken leisten – Frankreich oder Kroatien sind hervorragenden Beispiele dafür. Wer eine Monarchie aus touristischen Gründen befürwortet, ist ein Esel. Monarchisten aber sind – von dem in einer Population immer enthaltenen Anteil von Idioten abgesehen – keine Esel. „Warum also Monarchie?“ Wenn man sich in den Ländern umschaut, die einmal Monarchien waren und heute Republiken sind, wird man feststellen, daß es, abgesehen von einigen Ländern Osteuropas – ausschließlich in Ländern mit katholischen Dynastien monarchistische Bewegungen gibt. Den Menschen, die sich für die Monarchie engagieren, geht es also nicht darum, ein Staatsoberhaupt mit funkelnder Krone und bunten Gewändern zu haben, sondern um eine moralische Instanz an der Spitze des Gemeinwesens – um das Gottesgnadentum im eigentlichen Sinne, dessen Grundlage das Wort des Heiligen Paulus aus seinem Brief an die Römer ist: „Non est enim potestas nisi a Deo“ – eine legitime Herrschaft gibt es nur, wenn sie von Gott kommt. Das Gottesgnadentum ist neben der unbefleckten Empfängnis Mariens wohl einer der heute am wenigsten verstandenen und meisten verkannten theologischen Begriffe. Wenn man die Anektote überliefert, daß Kaiserin Maria Theresia auf ein egalitäres Graffiti, das eine unbekannte Hand and die Schönbrunner Schloßparkmauer geschmiert hatte, antwortete, indem sie darunter schreiben ließ: „Bin eine Frau wie jede Frau, nur wählte ich die Eltern schlau!“, dann umriß Maria Theresia hier keineswegs den Inhalt des Gottesgnadentums, auch wenn manche halbgebildete Gemüter manchmal glauben, Gottesgnadentum hätte etwas mit der Gnade der hohen Geburt zu tun. Der Monarch von Gottes Gnaden hat sein Amt durch die Gnade Gottes und ist daher Gott verantwortlich für alles, was er tut. Beim gläubigen Katholiken, der von Gottes Gnaden in seinem Amt berufen ist, wird so das eigene Gewissen zum erheblichen Hindernis für Autoritätsmißbrauch oder Autoritätsmüdigkeit. Im Gegensatz dazu steht der Herrscher von Volkes Gnaden, der seine Stellung der Mehrheit verdankt und daher dazu neigt, möglichst wenig selbständige Autorität zu entwickeln. Wie wichtig es sein kann, nicht das blinde Heulen der Masse regieren zu lassen, zeigte sich, als sich Kaiser Franz Josef I. jahrelang der Ernennung des populistischen Antisemiten Karl Lueger zum Wiener Bürgermeister entgegenstellte. Im Gegensatz dazu steht aber auch der Diktator von eigenen Gnaden, der meist überhaupt kein Gewissen mehr hat und seine Macht nur mehr zur eigenen Verherrlichung mißbraucht. Die Beispiele dafür sind – insbesondere in unserem Jahrhundert der Republiken – nur allzu bekannt. Die persönliche, durch Verantworung vor Gott geprägte Ausübung der höchsten staatlichen Austorität war zu allen Zeiten besser als die anonyme Machtausübung kollektivistischer und egalitärer Mehrheiten. Diese Erkenntnis macht mittlerweile auch vor den Exponenten der heutigen Republiken nicht halt – man denke nur an die Bemühungen um die Einführung von „Persönlichkeitselementen“ im Wahlrecht und an das unverholene Eintreten selbst sozialdemokratischer Politiker für das Mehrheitswahlrecht, das immerhin weniger anonym ist als das Verhältniswahlrecht. Das der transzendente Bezug insbesondere des Kaisertums selbst noch im Zeitalter der Aufklärung durchaus seine Bedeutung hatte und als solcher empfunden wurde, stellt uns ein unverdächtiger, weil durchaus kirchenkritischer Zeuge vor Augen: Johann Wolfgang von Goethe, der von der Kaiserkrönung Joseph II. im Jahr 1764 berichtet und schreibt: „Eine politische religiöse Feierlichkeit hat einen unentlichen Reiz. Wir sehen die irdische Macht, aber indem sie sich vor der himmlischen beugt, bringt sie uns die Gemeinschaft beider vor die Sinne. Denn auch der Einzelne vermag seine Verwandtschaft mit der Gottheit nur dadurch zu betätigen, daß er sich unterwirft und anbetet.“ Die Trennung von Kirche und Staat ist heute in fast allen Staaten der Welt verwirklicht und für den heutigen Menschen geradezu selbstverständlich geworden . aber ist sie selbstverständlich? Die Trennung von Staat und Kirche ist lediglich eine Folge der Reformation und der Lehre Martin Luthers von den zwei Reichen, die im Gegensatz zur Lehre von den zwei Schwertern des christlichen (= katholischen) Abendlandes im Mittelalter steht. Gleichzeitig entsteht der Nationalismus als Gegensatz zum „orbis christianus“. Als Katholiken können wir nicht kritiklos die Trennung von Staat und Kirche zur Kenntnis nehmen, und noch weniger können wir glauben, daß die zwei Reiche einander beziehungslos gegeüberstehen. Als Österreicher und als akademisch Gebildete wissen wir, daß Staat und Kirche – die zwei Schwerter der mittelalterlichen Staatstheorie – einander nicht beziehungslos gegenüber, sondern in harmonischer Entsprechung zueinander stehen. Diese harmonische Entsprechung drückte sich jahrhundertelang im Kraftfeld zwischen Kaiser und Papst aus. Beide sind persönlich getrennt und als höchst irdische Autorität doch eins – für den Heiligen Thomas von Aquin ein Abbild des Mysteriums der Inkarnation: Christus ist Gott und Mensch, beides für sich und doch eins. Auch dem Bewußtsein des Aufeinanderangewiesenseins beider Autoritäten ergab sich eine – über alle machtpolitischen Händel hinweg – tragkräftige Wechselbeziehung: Als die Kurfürsten dem schrecklichen Interregnum aus allzu durchsichtigen Gründen kein Ende bereiten wollten, war es Papst Gregor X., der den Kurfürsten drohte, selbst ein Reichsoberhaupt einzusetzen, wenn sie nicht endlich ihre Pflicht täten. Umgekehrt war es Kaiser Franz Josef I., der von seinem römisch-kaiserlichen Vorfahren das Vetorecht im Konklave geerbt hatte, der 1903 durch sein Veto gegen die Wahl von Kardinal Rampolla nach dem Tod von Leo XIII. den bislang einzigen heiligen Papst unseres Jahrhunderts – Pius X. – verursacht und damit nach Ansicht nicht unbedeutender Kleriker damals die Kirche gerettet hat. Wäre ein so weitreichendes Vorrecht wie das Veto im Konklave bei einem Herrscher denkbar, der nicht von Gottes Gnaden eingesetzt ist? Wohl kaum! Und daher ist es auch kein Wunder, daß Papst Pius X., dem prophetische Gaben nachgesagt werden, als eine seiner ersten Amsthandlungen das kaiserliche Vetorecht kassierte. Unvorstellbar, wenn dieses Vetorecht nach 1918 auf einen Bundespräsidenten übergegangen wäre! Warum also Monarchie? Die Aufklärung hat uns weismachen wollen, die Grundlage allen Gemeinwesens sei der Gesellschaftsvertrag, gleichsam ein Willensakt von Einsiedlern, miteinander auskommen zu wollen. Nun wußten schon die griechischen Philosophen, daß der Mensch ein Gesellschaftstier ist. Und auch unsere nächsten Verwandten im Tierreich, die Schimpansen, leben nur als Gesellschaftstiere, oder sie leben gar nicht. Das Bilden von Gemeinschaften ist also kein Willensakt, kein Vertrag, den Menschen in irgendeinem Stadium der Evolution abgeschlossen haben, sondern dem menschlichen Wesen eigen. In dieser Hinsicht hat Darwin schon längst Rousseau widerlegt. Die kleinste dieser vielen Gemeinschaften, in denen Menschen zusammenleben, ist die Familie. Von ihr und von ihrer Struktur leitet sich jede Struktur menschlicher Gemeinschaften ab. Zu den großen Gramavamina unserer Zeit wird die vaterlose Gesellschaft gerechnet. Die Zerstörung von Ehe und Familie hat nicht nur zahllose verlassene Ehepartner in den Selbstmord getrieben und tausende, wenn nicht Millionen von Scheidungswaisen zu seelischen Krüppeln heranwachsen lassen, sie hat auch die Fundamente der staatlichen Ordnung unterhöhlt. So, wie eine funktionierende Familie einen Vater braucht, braucht der Staat seinen pater patriae. Einer unserer Alten Herren hat immer wieder den Monarchen mit einem Erbhofbauern und die republikanischen Staatslenker mit Landarbeitern – man ist geneigt, an das Evangelium von den Tagelöhnern zu denken – verglichen. Was er damit im Kern umrissen hat, ist die Rolle des pater patriae - des Vaters des Vaterlandes. Ein guter Vater schützt seine Kinder vor Not und Gefahr. Er bereichert sich nicht an ihnen, sondern opfert sich für sie auf. Er fördert ihre Entwicklung und vernachlässigt sie nicht. Ein drittes Mal muß ich an dieser Stelle auf Kaiser Franz Josef zurückkommen: Von ihm wird überliefert , daß er im Jahr 1910 dem ehemaligen amerikanischen Präsidenten Theodore Roosivelt anläßlich dessen Besuches in Wien auf die Frage, wozu ein Kaiser eigentlich gut sei, zu Antwort gab: „Meine Aufgabe ist es, meine Völker vor ihren Vertretern zu schützen.“ Besser ließe sich das Selbstverständnis einess pater patriae kaum auf den Punkt bringen. Kaiser Franz Josef hat sich die Weisheit, die im oben zitierten Satz liegt, in 68 Regentschaftsjahren erworben. Jedoch schon seit dem Mittelalter wurden und werden präsumtive Thronfolger von Kindesbeinen an auf ihren Beruf vorbereitet. Sie einen sich die erforderlichen Sprach- und Sachkenntnisse an und kommen daher selbst in verhältnismäßig jungen Jahren weit besser gerüstet in ihre exponierte Stellung als manch einer, den nur sein großvaterhaftes Aussehen an die Staatsspitze gehievt hat. Und noch einmal: Warum Monarchie? In Österreich schlug über Jahrhunderte das Herz des Heiligen Römischen Reiches; war Rom der Sitz des Papstes, war Wien der Sitz des Kaisers. Und daß das Kaisertum in seiner transzendentalen Rolle mit dem Papsttum an Alter und Ehrwürdigkeit ebenbürtig war, dokumentiert sich in dieser Stadt augenfällig: Während das Papsttum über das jüdische Priestertum des Alten Testaments sich auf Melchisedech zurückführt, führen sich die Kaiser auf die jüdischen Könige des Alten Testaments zurück. Darum zieren auch drei der vier Zwischenplatten der ottonischen Kaiserkrone die Bildnisse des Königs David als Vorbild der Frömmigkeit, des Königs Salomo als Vorbild in der Weisheit und des Königs Ezechias als Vorbild für Langlebigkeit (die vierte Zwischenplatte zeigt den thronenden Christus-König, von dem sich alle Herrschaft ableitet). Darum aber auch stellte Kaiser Karl VI. vor die Karlskirche in Wien, seinen großen Kirchenbau, zwei Säulen – so wie König Salomo vor seinen Tempel in Jerusalem die beiden Säulen Jachin und Boas stellte. Wien ist also das kaiserliche Jerusalem. Nach der Liquidation des Heiligen Römischen Reiches wuchs Österreich natürlich in die Rolle des „Heimlichen Römischen Reiches“. Die Reichsidee mutierte zur Österreichischen Idee, der Idee eines übernationalen Universalismus mit einer an Gott gebundenen Staatsspitze. Wo sonst als in Österreich sollte also der Gedanke der Monarchie beheimatet sein? Hören wir, was ein norddeutscher Vordenker der katholischen Monarchie des 19. Jahrhunderts, Friedrich von Schlegel, und Österreichern in Stammbuch streibt : „So wie es eine unsichtbare Kirche gibt, so gibt es auch einen unsichtbaren Staat. Dies ist derjenige, welcher alle übrigen Staaten umfaßt: die europäische Eidgenossenschaft – Österreich als dessen Zentrum.“ Und kommt schließlich zu für uns an dieser Stelle bedeutungsvollen Punkt: „Wenn Österrreich sich ganz auf sich selbst beschränken und in sich abschließen und absondern wollte, wie dies manche Inländer wünschen und meinen, so wäre es nicht mehr Österreich. Denn gerade dieses Weltumfassende und Welterhaltende ist der eigentliche Charakter von Österreich und seine große Bestimmung.“ Die Zeitläufe haben es mit sich gebracht, daß die translatio imperii Österreich zur Heimat des monarchischen Gedankens gemacht hat, und es ist in diesem Lichte keineswegs zufällig, daß Wien immer noch die Krone aller Kronen – die Reichskrone des Heiligen Römischen Reiches – beherbergt. Wir Österreicher sind nicht nur die Herbergsgeber der Krone, sondern auch der monarchischen Idee, ihre Träger. Wer, wenn nicht wir, ist berufen diese Idee zu verstehen und sie weiterzutragen. Darum also Monarchie: Weil wir Katholiken sind und einen Regenten, dessen Gewissen sich seiner Verantwortung vor Gott bewußt ist, einem gewissenlosen oder einem Regenten, der sein Gewissen an der Garderobe abgibt, vorziehen. Weil wir eine über Parteien stehende autoritäre Einheit in der sozialen Vielfalt der Gesellschaft als das irdische Abbild des dreifaltigen Gottes begreifen können. Weil wir um den Wert gesunder Familien und einer gesunden Gesellschaft wissen und das Idealbild der einen ider anderen verwirklicht wissen wollen. Weil wir unsere Interessen durch einen pater patriae besser gewahrt wissen als durch einen Tagelöhner. Weil wir den Wert einer profunden akademischen Ausbildung kennen und schätzen. Und weil uns deshalb nicht egal ist, ob jemand, der einen ganzen Staat lanken soll, eine schlechtere berufliche Qualifikation mitbringt als einer, der einen kleinen Gewerbebetrieb leitet. Weil wir Österreicher sind und nicht nur seit dem Tag, an dem die Fürsten erstmals dem Heiligen Markgrafen Leopold III. die Kaiserwürde angetragen haben, sondern vor allem in den Jahrhunderten, in denen Wien, Graz und Innsbruck kaiserliche Residenzstädte waren, zu Trägern und Erben der universalen Reichsidee geworden sind, die heute als Österreichische Idee weiterlebt. Und weil wir dieses Erbe als eine Pflicht ansehen, der man sich nicht einfach entziehen kann, wie wenn man ein Hemd auszieht. Dieses Motiv war die Triebfeder für viele unserer Bundesbrüder, etwa des langjährigen Philisterseniors Josephinae HR Dr Karl Alfons von Portele vlg. Dr.cer. Rolf oder unseres Gründungsburschen Univ.Prof. Dr. Karl Freiherr von Zessner-Spitzenberg, die in der Zeit, in der ein Herrscher von eigenen Gnaden unsere Heimat okkupiert hatte, für Österreich ins Gefängnis und ins Konzentrationslager zu gehen. Ihre Beharrlichkeit war es, die wesentlich zur Auferstehung Österreichs beigetragen hat. Österreich - auch die 2. Republik – wäre ohne ihre Monarchisten nicht denkbar! |
| HAFTUNGSAUSCHLUSS | © 2006 Ferdinandea.at |